Die Informationen zur Kirche gibt es hier als PDF-Dokument.
https://auferstehungskirche-bebra.de/wp-content/uploads/2026/09/260908-Kirchen_Info.pdf
Geschichte • Raum • Kunst • Klang • Glaube
Die evangelische Kirche in Bebra ist seit dem Mittelalter ein zentraler Ort des kirchlichen Lebens. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung der Ortschaft Bebra (Bybera) im Jahr 786 ist zu vermuten, dass auch ein Priester des Klosters Bad Hersfeld in einer kleinen Kirche hier tätig war. 1253 wird die Kirche erstmals urkundlich erwähnt, als hier ein amtierender Pfarrer eingesetzt wurde.
Über Jahrhunderte hinweg wurde die Kirche erweitert und umgestaltet, unter anderem durch Seitenschiffe im 18. und 19. Jahrhundert. Nach schweren Bombenschäden im Jahr 1944 entstand das Gebäude neu und wurde 1949 als Auferstehungskirche geweiht. Die Namensgebung war ein bewusstes Zeichen für Neubeginn, Hoffnung und Glauben.
Die Auferstehungskirche verbindet Raum, Kunst, Klang und Geschichte zu einem lebendigen Zeugnis des Glaubens, sichtbar, hörbar und erfahrbar bis heute.
Kirchenraum
Der heutige Kirchenraum ist als offener Versammlungsraum der Gemeinde gestaltet. Der klare Grundriss, die Emporen und die tragenden Säulen zeigen, dass die Kirche für gemeinsames Feiern, Hören und Singen ausgelegt ist.
Der Blick ist auf die liturgischen Zentren gerichtet: Altar, Kanzel, Taufstein und Orgel.
Malerei im und um den Altarraum
Die Wand- und Altarraummalereien erzählen zentrale Stationen aus dem Leben Jesu. Dargestellt sind unter anderem:
- Geburt und Anbetung
- Taufe
- Versuchung
- Bergpredigt
- Pfingsten
Die Bildsprache ist bewusst verständlich und erzählerisch gehalten. Menschen in zeitnaher, teilweise alltäglicher Kleidung machen deutlich: Die biblische Botschaft richtet sich an Menschen in ihrem eigenen Lebensumfeld.
Glaube wird so nicht als ferne Geschichte, sondern als lebensnahe Orientierung dargestellt.
Die Malereien in Freskotechnik wurden von Hermann Beressem und Karl Heidelbach ausgeführt.
Altar
Der Altar bildet das geistliche Zentrum der Kirche. Im evangelischen Verständnis ist er vor allem Tisch der Gemeinschaft. Er erinnert an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern und an das Abendmahl.
Anders als frühere Opferaltäre steht hier nicht das Opfer, sondern die Einladung zur Gemeinschaft und Erinnerung im Mittelpunkt. Kerzen und Altarschmuck unterstreichen seine besondere Bedeutung.
Kanzel
Von der Kanzel aus wird das Wort Gottes ausgelegt und in die Gegenwart der Gemeinde hineingesprochen.
Ihre vergleichsweise geringe Höhe betont die Nähe zwischen Predigenden und Gemeinde.
Bildsymbole an der Kanzel verweisen auf grundlegende christliche Tugenden:
- Demut (geknickte Ähre)
- Reinheit (Lilie)
- Glaube (Kreuz und Kelch)
- Liebe (brennendes Herz)
- Hoffnung (Anker)
Damit wird sichtbar gemacht, worauf Predigt und christliches Leben zielen.
Taufstein
Der Taufstein erinnert an die Taufe als Aufnahme in die christliche Gemeinschaft. Sie gilt als einmaliges, lebenslang gültiges Zeichen von Gottes Zusage.
Begleitende Elemente wie Taufspruch, Taufkerze und Patenschaften verdeutlichen: Der Lebensweg eines Menschen steht unter Gottes Schutz und wird von der Gemeinschaft getragen.
Die Taufschale trägt im Zentrum das Christusmonogramm „XP“, die Anfangsbuchstaben Christi.
Auf der oberen Kante des Steines steht:
„Lasset die Kindlein zu mir kommen.“
Die Seiten des Steines zeigen christliche Symbole:
- Trauben und Ähre als Zeichen des Abendmahls
- Fisch als Christus-Symbol
- Taube als Symbol des Heiligen Geistes
Musik und Orgel
Musik ist ein wesentlicher Bestandteil des Gottesdienstes.
Bereits im Jahr 1700 ist ein Orgelwerk belegt. Die heutige Orgel wurde 1967 eingebaut und verfügt über:
- 26 Register
- 1.955 Pfeifen
Sie kann feierlich, kraftvoll oder leise und meditativ klingen und unterstützt Gesang, Gebet und Verkündigung.
Die erste Orgel wurde 1700 eingebaut und 1892 durch eine größere ersetzt. 1967 wurde schließlich die heutige Orgel eingeweiht.
Glocken
Weithin hörbar prägen die Glocken die Kirche und den Ort. Bereits 1446 werden Glocken im Turm erwähnt. Nach Verlusten in den Weltkriegen entstand das heutige Geläut neu.
Es umfasst fünf Glocken mit den Tönen a, c, d, f und g sowie Gewichten zwischen 900 und 3.680 kg. Ihre biblischen Inschriften rufen zum Gottesdienst, begleiten Lebensereignisse und verbinden Kirche und Stadt.
Die fünf Glocken
1. Glocke
- Tonlage: a
- Gewicht: 3.680 kg
- Inschriften:
- „O Land, Land, höre des Herrn Wort!“ (Jeremia 22,29)
- „Der Meister ist da und rufet dich!“ (Johannes 11,28)
2. Glocke
- Tonlage: c
- Gewicht: 2.210 kg
- Inschrift:
- „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir!“ (Psalm 130,1)
3. Glocke
- Tonlage: d
- Gewicht: 1.520 kg
- Inschrift:
- „Kommt, denn es ist alles bereit!“ (Lukas 14,17)
4. Glocke
- Tonlage: f
- Gewicht: 900 kg
- Inschrift:
- „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja!“ (Psalm 150,6)
5. Glocke
- Tonlage: g
- Gewicht: 1.717 kg
- Inschrift:
- „Freuet Euch in dem Herrn allewege!“
Zeittafel
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 754 | Todesjahr des heiligen Bonifatius |
| 786 | Todesjahr des heiligen Lullus (Gründer des Klosters Bad Hersfeld) |
| 1325 | Erste urkundliche Erwähnung |
| 1352 | Johannes, Vize-Plebanus zu Bybera |
| 1446 | Drei Glocken und Uhrwerk im Turm erwähnt |
| 1685 | Kirche erhält Altar und Kanzel |
| 1700 | Erstes Orgelwerk eingebaut |
| 1735 | Erweiterung durch südliches Seitenschiff |
| 1892 | Erweiterung durch nördliches Seitenschiff, neue Orgel |
| 1914 | Gründliche Renovierung |
| 1917 | Zwei Glocken werden für Kriegszwecke abgegeben |
| 1924 | Zwei neue Glocken |
| 4. Dezember 1944 | Kirche wird durch Bomben schwer beschädigt |
| 1947 | Vier neue Glocken und neue Turmuhranlage |
| Ostern 1949 | Weihe der neu entstandenen Auferstehungskirche |
| Pfingsten 1965 | Geläut wird durch eine fünfte Glocke ergänzt |
| 1967 | Einbau der Orgel mit 26 Registern und 1.955 Pfeifen |
